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Seit 2011 beobachte ich auf Hottie Oberholzers Farm in Südafrika!

www.savannah-suntours.com

https://youtu.be/GnoFAAqehng








Wunderbares in Südafrika       Oktober 2018

Hallo Freunde des Südhimmels,  
das war mal wieder ein unglaublich schöner Besuch auf Hotties Astrofarm in Südafrika!  
Wir waren diesmal fünf bunt gemixte Leute, die sich sehr gut verstanden.
Das waren Horst, unser Senior aus Köln, Peter aus Baden, Dietmar aus Hessen, Patrice aus Fronkreisch und ich, auch aus Baden.





















Patrice........Hottie........Dietmar........Peter........Horst........und ich hinter der Kamera

Eigentlich sollten wir wegen des gemeinsamen Transfers vom Flughafen zur Farm in Vryburg im gleichen Flugzeug sitzen, aber der Stand-by-Status in der Business-Class für Dietmar, Patrice und mich sprach diesmal gegen uns!
Wir kamen nicht mit und konnten erst einen Tag später mitfliegen.
Auch dieser Jumbo war ausgebucht, so dass wir statt Business in der Economy fliegen mussten. Hauptsache mitfliegen!
Hottie erklärte sich bereit, uns drei am nächsten Tag auch abzuholen, was für ihn bedeutete, in zwei Tagen fast 1600km zu fahren.
Danke Hottie, das war sehr gut, denn wir brauchten so keinen Mietwagen zu nehmen.

Das Wetter war sehr gut und so konnten wir nach dem Essen schon die ersten Beobachtungen machen.
Horst und Peter hatten schon am Abend zuvor die Dobsons, Astrostühle und Beobachtungstische aufgestellt, so dass es gleich richtig losging




































Die Instrumente: 100mm Bino, zwei 16“ Dobsons und der 20“ Lowrider.


















Die Bedingungen: kaum Wind, 15 Grad und superklarer Himmel: SQM-L um 21,90!
Diese Bedingungen sollten sich noch verbessern, denn in der vorletzten und letzten Nacht passte es perfekt!
Dazu kam ein geniales seeing, so dass auch hohe Vergrößerungen einsetzbar waren.

Das ist wirklich blauer Himmel!

Sieben Nächte am Stück, zwei Tage Pilanesberg-Safari, eine Nacht bedeckt mit Regen und die letzten Nächte dann der Hammer.

Die Objekte waren wie immer die Knaller des Südhimmles im Skorpion, Schützen und Pfau, dazu in der zweiten Nachthälfte alles um Orion,
Fornax, Eridanus, Taube und Hase.
Auch die Wintermilchstraße kam schon wieder hoch mit Vela, Carina und Kreuz des Südens. Dazu konnten wir 5 Kometen sehen.
Der hellste war Komet Wirtanen, der immerhin 8m3 hell war.

Die letzte Beobachtungsnacht möchte ich genauer erzählen:
Die Dobsons wurden nach dem Grillen eingerichtet, die Planeten und der Halbmond erforscht, dazu ein Komet im Circinus
(C/2016 M1 PANSTARRS) gefunden und ein paar schöne Fotos vom Beobachtungsplatz geschossen.


Dann ab ins Bett! Wir stellten den Wecker auf halb Eins, dem Monduntergangstermin.

Nach einer Tasse Kaffee ging es los mit der NGC1097 im Fornax.
Unglaublich, was man da mit 20“ sehen kann:
eine Balkenspirale mit zwei gegen die Uhr drehenden Armen und der kleinen Galaxis NGC1097 B rechts stehend.
Der obere Arm ist deutlicher als der Untere zu sehen.
Nördlich davon steht der große PN NGC1360. Nach ein paar Minuten Suche und stolpern über die GX NGC1385 war er schnell gefunden.
Ein heller Zentralstern wird von einer großen, ovalen Scheibe umschlossen, die nach außen immer schwächer wird.

Der große Fornax Galaxien Cluster in der Nähe war der Hammer! Ein halbes Dutzend helle Galaxien im Gesichtsfeld.
Jede zeigte bei höherer Vergrößerunge schöne Details. Die Krönung aber ist der Fornax-Propeller!
Eine wunsderschöne Balkenspirale, wohl die schönste am ganzen Himmel!

Die bekannten NGC 55, 300, 253 und 247 folgten nun schnell nacheinander.
Bei NGC247 konnten wir drei Galaxien von Burbidges Chain sehen.
Die Vierte ist nur 15m8 hell und sehr schwer.


Dann kam das Grus Quartett, das mittlerweile zu meinem Standardprogramm gehört, weil es leicht zu finden ist.
Jede der Galaxien zeigte schöne Details, wenn man hoch vergrößert.
Schnell noch der Helixnebel, bevor er wegtaucht. Den hatten wir in der ersten Woche im Zenith genauer angesehen.
Im OIII konnten wir Teile der äußeren Schale sehen und im 4,7er Ethos (490fach) sogar die kleine Hintergrundgalaxis. Gut an der länglichen Form zu erkennen.

Die Magellanschen Wolken kulminierten und boten eine Fülle von interessanten Objekten.


Wir besuchten die Tarantel und die riesigen HII Regionen daneben, versuchten bei zwei Kugelhaufen Einzelsterne zu erkennen (negativ)
und endeten bei den großen Kugelhaufen NGC362 und 104.
Beide sehen ähnlich dicht gedrängt aus, aber NGC104 ist wesentlich größer und doppelt so hell. Er ist 17 000 LJ von uns entfernt.
Ein echter Augenschmaus!
Dicht dabei steht der zur SMC gehörende NGC121, der etwas gemottelt aussieht und erst im 4,7mm Ethos am Rand
ein halbes Dutzend Einzelsternchen erkennen lässt. Nicht schlecht für einen Kugelhaufen, der fast 200 000 LJ entfernt ist.

In der Taube gibt es einen ähnlichen dicht gedrängten Kugelhaufen: NGC 1851
Das ist echt ein kleiner Bruder von NGC104, nur ein Drittel so groß, weil er etwa
40 000 LJ entfernt ist.
Zwei Grad daneben zwei große und helle Galaxien: NGC1792 und 1808, eine schöne Balkenspirale mit kurzen Armen. Neben dran ein Vordergrundstern.
NGC1792 erscheint länglich und gemottelt mit zwei Vordergrundsternchen.
Beide Galaxien passen beim 26er Nagler (90fach) gerade so ins Gesichtsfeld.

Der Orion stand schon sehr hoch, dass zum guten Abschluss der schönste aller Gasnebel genauer betrachtet wurde.


Auffällig die Farben: der Hauptteil grünlich, der Bogen dagegen rötlich braun.
Das Trapez schön getrennt mit den E und F Komponenten. Einmal sah ich indirekt auch die Komponente G.
Das glückte mir bisher nur in Namibia mit Martins 24-Zöller.
Dietmars Problemobjekt, der Pferdekopfnebel, stand endlich so kontrastreich im 26er Nagler, dass Dietmar ihn selbst einstellen konnte.
Der einzige, der etwas Probleme damit hatte, war Horst. Seine Augen sind halt schon ein paar Jahre älter!

Der Flammennebel war sehr hell, natürlich nur, wenn man Alnitak aus dem Gesichtsfeld hielt.
Erstaunlicherweise konnte ich ihn sehr leicht sehen, obwohl ich noch den H-Beta-Filter vom Besuch beim Pferdekopf eingesetzt hatte.
Ohne Filter war er natürlich noch besser erkennbar.
Sehr interessant war NGC1999, bei dem man im 6er Ethos den schwarzen, dreieckigen Dunkelnebel gut erkennen konnte. Sehenswert!

Gegen 4 Uhr war auch Eta Carina so hoch gestiegen, dass man ihn im Sitzen sehen konnte. Er ist größer als M42, aber nicht schöner!
Gut zu sehen, wenn man von einem zum anderen schwenkte.
Um 4 Uhr 30 war dann Schluss, denn das war ja unser Abreisetag!

Jetzt noch etwas zur Himmelsqualität: In den ersten Nächten lagen die SQM-Werte
immer zwischen 21,80 und 21,95. Das ist schon echt gut!
In der vorletzten Nacht haben wir mal die Messungen mit Patrices Handy festgehalten.
Wenn man einen Ausreißer mit SQM 22,18 weglässt, waren es überirdische Werte im Schnitt über 22,0.



Natürlich gab es auch andere schöne Dinge! Ein sundowner mit zünftigem Grillen.Zuerst wird ein Feuerchen unter dem 700 Jahre alten Kameeldornbaum gemacht.



















Die Glut eignet sich hervorragend zum Grillen der riesigen T-Bone-Steaks!



Das schmeckt!



















Warten auf den Sonnenuntergang



Das waren zwei wunderbare Wochen beim Hottie...wir sehen uns 2019 wieder!












Hallo Freunde des Südhimmels,                                                      

wir waren eben zwei Wochen lang im südafrikanischen Winter auf Hotties Astrofarm in Vryburg/Northwest.
Zwei Wochen voll mit vielen guten Erinnerungen.
Wir waren zu sechst: zwei Franzosen, zwei Leute aus dem Rheinland und zwei vom Ober- und Mittelrhein.
Patrice und Benoit, Michael und Peter, Dietmar und ich.
Passend zur Marsopposition und zur Zenithstellung von Jupiter, Saturn, Vesta und Pluto.

Der Sonnenuntergang:

Mit Venus...

Zum ersten Mal in meinem Leben war es mir möglich, alle Planeten, Pluto und Vesta in einer Nacht zu sehen.
Am Abend Merkur, Mondsichel und Venus im Westen, Jupiter, Saturn und Pluto im Zenith und Mars im Osten.
In der zweiten Nachthälfte folgten Neptun und Uranus. Das ist echt selten!

Wir hatten meist ein gutes seeing, was für Planetenbeobachtungen ja wichtig ist.
In der letzten Nacht war es außergewöhnlich gut, was beim Mars im Zenith bedeutete, dass man den Staubsturm sehr gut beobachten konnte.
Außer ein paar dunklen, unbestimmten Schatten und der Polkappe war nichts zu sehen! Dafür unglaubliche Anblicke vom Jupiter und vom Saturn.

Hier ein paar Fotos vom Beobachtungsplatz:

Vier Dobsons,
ein 4-Zoll Bino

Der Erdschatten kommt hoch.


Supernächte mit SQM immer über 21,70, meist um die 21,80 und zweimal um 22,00.


Natürlich waren wir in den neun klaren und langen Nächten sehr aktiv und konnten viele interessante Beobachtungen machen.
Die üblichen Verdächtigen wurden immer wieder aufgesucht. Im 20-Zöller macht es einfach Spass, die Kracher hell und groß zu sehen.
Das sind kunterbunt durcheinender: Omega Centauri mit gefühlten einer Million Sternchen, 47 TUC, der schönste aller Kugelhaufen,
M83 mit drei Spiralarmen, Die Antennengalaxien mit einem Hauch einer der Antennen, M104, der bei 500fach gerade so ins Bildfeld passt,
NGC 5189, der Spiral Planetary, wunderschön, M22 und ein Dutzend Kugelhaufen im Schützen und NGC 3132, dem detailreichen Eightburst Nebel.

Es waren aber diesmal viele Fuzzies dabei, von denen ich manche noch nie gesehen hatte.
Etwa die Planetarischen Nebel MZ-1, MZ-2 und MZ-3, dem Ameisennebel. Dazu MyCn 18, der Hourglassnebel. Winzig, aber doch zu sehen.
Auch die Kugelhaufen Pal5, Pal8 und Terzan7 waren dabei. Die reine Aufzählung ist langweilig, deshalb nur noch ein paar gute Objekte:
Grus Quartett, Fornax Propeller NGC1365, die Riesengalaxien rund um im Cetus:
Allen voran NGC253, dann NGC55, 300, und 247, mit schwach sichtbarer Burbidge-Chain... eine Kette von Galaxien um 14 Mag und schwächer.
Im Pavo mit bloßem Auge sichtbar NGC6752, ein heller Kugelhaufen, daneben 4 Galaxien um NGC6769, genannt die Devils Mask.
Darunter die schöne Spirale NGC6744, die Pavo Galaxis.
Der im Zenith stehende Helixnebel war genial... sogar die winzige Hintergrundgalaxis wurde von mehreren Beobachtern erkannt.

In einer Nacht gab es ein sehr seltenes Wintergewitter, leider mit einigen feuchten Nächten danach.
Zwei Nächte verpassten wir mit einer sehr schönen Safari durch den Pilanesberg.
Die Truppe passte sehr gut zusammen, dauernd wurde gelacht, gefrozzelt und am Kamin im Aufenthaltsraum das eine oder andere Glas Rotwein genossen.
Das war ein wunderschöner Astrourlaub!
Ich komme bald wieder... am 2.Oktober 2018 geht es zurück auf Hotties Astrofarm!


Ein Bericht vom Patrice:


Hallo alle zusammen,

vor drei Jahren, im September 2014, bin ich dank meines deutschen Freundes Timm Klose, zum ersten Mal nach Südafrika geflogen.
Timm hatte während seiner Karriere als Filmemacher alle fünf Kontinente bereist und erzählte mir, dass er 2011 einen der besten Himmel der Welt für Deep-Sky-Beobachter wie uns gefunden hatte: in einer abgelegenen Ecke von Stellaland in der Provinz Nord-West, am Rande der Kalahari-Wüste. Er hatte dort eine 700 Hektar große Rinderfarm gefunden, in der das von ihm gebaute Dobson Lowrider 500mm Teleskop gelagert werden konnte.

Timm geht dort dreimal im Jahr mit anderen Astro-Amateuren auf zweiwöchige Beobachtungsreisen, die mit einer Safari im Pilanesberg National Park kombiniert waren. Schnell reicht dieses einzelne Teleskop nicht mehr aus um die wachsende Nachfrage zu befriedigen und ein 400mm Dobson kam 2016 zum 500er, gefolgt im April 2017 von einem brandneuen Dobson Lowrider 400mm f/4.5, den Timm extra für mich gebaut hat mit einem von Christian Busch in Karlsruhe wunderschön retuschierten Meade-Spiegel.  

Der folgende Bericht beschreibt meinen Aufenthalt vom 10. bis 24. Oktober auf unserer Stargate Farm in Südafrika. Ich war dort mit Timm, Dietmar und Peter. Ein fünfter Teilnehmer, ein Mitglied meines Clubs, musste aufgrund eines kleinen gesundheitlichen Problems die Reise absagen.   Es war meine 7. Reise dorthin und die 16. für Timm! Für Neuankömmlinge gebe ich an, dass dieser Bericht eine Fortsetzung dessen ist, was ich 2014 in den Astroforen veröffentlicht habe.
http://www.astrosurf.com/topic/6771-out-of-stellaland-ou-le-murmure-des-joyaux-du-ciel-austral/ http://www.webastro.net/forum/showthread.php?t=123746
http://www.astrotreff.de/topic.asp?TOPIC_ID=172584  

Wie immer sind wir nachts ruhig geflogen. Start um 22 Uhr von Frankfurt und Landung um 8:30 Uhr in Johannesburg nach der Durchquerung ganz Afrikas von Norden nach Süden. Unser Farmer Hottie begrüßt uns am Flughafen und stellt uns Ela vor, das 18-jährige deutsche Mädchen iranischen Ursprungs, das als Au-pair ein 3-monatiges Praktikum auf der Farm macht. Wir fahren mit dem VW-Bus auf eine Tour von 390 km zum Hof. Wir machen zunächst einen Abstecher zu Geosystems in den Vororten von Johannesburg, um ein großes Stativ mitzunehmen, das Dietmar für sein Omegon 30x100 Fernglas mit 7 kg über das Internet bestellt hatte.

Wir machen auch einen Halt in der Universitätsstadt Potchefstroom, wo Heike und Laenita, die beiden ältesten Töchter von Hottie, mit uns zu Mittag essen. Beide studieren Astrophysik, die erste beendet ihr 3. Jahr und die zweite bereitet den Master vor.  
Wir erreichen unser Ziel gegen 16:30 Uhr bei strahlender Sonne und 30° C. Es ist der Beginn des Frühlings. Die Savanne ist ausgetrocknet, aber die Bäume werden grün, die Vögel singen und bauen die Nester. Wir finden unsere Zimmer und packen schnell unser Gepäck aus.

Dank des pensionierten Lufthansa Kapitäns, Dietmar, flogen wir in der Business Class mit einer Freigepäckmenge von 2x32 kg im Laderaum und 2x8 kg in der Kabine. In einem meiner Koffer, in einem Isolierbeutel voller Eis, versteckt sich ein wahrer Schatz, der auch eine großartige Premiere ist: Ich habe 3,5 kg authentischen Bio-Lorraine-Käse mitgenommen, der von meiner Großnichte Emilie hergestellt wurde auf dem Bauernhof Ritterwald bei Sarrebourg: Brie, Munster und Tomme. Sie sind während dieser 24-stündigen Reise frisch geblieben! Das ist eine Sensation für Südafrikaner, die diese Produkte überhaupt nicht kennen, aber auch für meine deutschen Freunde, die sie während der zwei Wochen unseres Aufenthalts genießen werden. Dietmar hat ein neues Rezept erfunden: Munster mit geschnittenen Zwiebeln – ein Genuss!  

Als ich mein Zimmer betrete, sehe ich wieder meine lieben Spinnen Romeo und Julia, die meine Abwesenheit von zwei Monaten ausnutzten um viele kleine zu machen. Jetzt muss ich sofort eine kleine Geschichte zu diesen beiden Spinnen erzählen. Ich war nie ein guter Freund von Spinnen, aber ich muss zugeben, dass sie das beste Insektizid sind, das es gibt. In drei Jahren ging ich von Stufe 1 große Besorgnis bezüglich dieser Lebewesen auf Stufe 3 mit Güte und Anerkennung für erbrachte Leistungen, da ich in meinem Zimmer nie Fliegen oder Mücken habe. Aber im Freien werden wir manchmal von diesen Invasoren angegriffen.
Wie ich schlafen sie tagsüber und sind nachts aktiv, und wenn ich dann ins Bett gehe bitte ich sie, Gute Nacht zu sagen! Juliette ist sehr prüde und respektvoll gegenüber den Menschen: Wenn ich dusche, ist sie trotz ihrer wiederholten Schwangerschaften so flach, dass sie sich hinter dem Spiegel verstecken kann, es sei denn, sie hat einen Spritzer Wasser abgekriegt, diese Frage bleibt offen! Aber eins ist sicher: Unser menschliches Gehirn, das zu so viel technologischem Können in der Lage ist, hat einige sehr schlechte Angewohnheiten bei der Koexistenz mit anderen Tierarten!  

Die andere Überraschung bei unserer Ankunft: Es gibt nur noch vier Hunde um uns zu begrüßen während es im Frühjahr noch sieben waren. Hottie erzählt uns Ende September von dem tragischen Tod von Cindy, dem entzückenden Jack Russel. Sie hatte Erdhörnchen irgendwo in der Savanne gerochen und begann mit dem Graben eines Lochs am Fuß eines Felsbrockens. Vorher hatte es einen schweren Regen gegeben, und so brach der gegrabene Tunnel ein und Cindy wurde von dem Stein erschlagen. Als Sarah und Hottie sie erst nach zwei Tagen fanden war es zu spät.

Um 17:30 Uhr gehen wir schnell zu dem Raum, wo unsere Teleskope sind, und tragen die zwei Lowrider-Dobsons raus, den 500er von Timm und meinen 400er, damit die Spiegel für unseren ersten Beobachtungsabend auf Temperatur sind. Der Tag fällt schnell, es ist kühler. Wir beobachten mit Freuden die beiden Hähne Napoleon und de Gaulle, die wie die Kesselflicker zetern um die besten Plätze im Baum zu haben, wo sie mit ihrem Hühner-Harem übernachten werden.

Wir essen draußen um 18 Uhr. Hottie hat die legendären 700 Gramm T-Bone-Steaks über einem Glutfeuer gegrillt, ein einzigartiges und schmackhaftes Fleisch, das selbst der fast vegetarische Peter zu schätzen weiß! Während dieser Zeit werden wir Zeuge eines großartigen Sonnenuntergangs auf den wir jetzt jeden Abend Anspruch erheben, gefolgt von der Erscheinung des breiten blauen Streifens des Erdschattens, der von einem zweiten rosa Band überragt wird. Peter, der das zum ersten Mal erlebt, ist sehr bewegt wie wir, die wir dessen nie müde werden. Da ist dann der magische Moment, der Himmel ist noch klar und die  ersten Sterne erscheinen in der Reihenfolge ihrer Helligkeit: Canopus, Rigel Kentaurus, Vega, Saturn, Hadar, Altaïr, Antares, Fomalhaut, Deneb usw. Unsere Zeit kommt, die Freude auf das unendliche Firmament steigt...  

19:30 Uhr: Es ist wirklich dunkel, Timm ist ungeduldig. Es muss gesagt werden, dass er nachholen muss, da er während unseres Aufenthalts im Juli, als alle außer den zwei Franzosen von einem virulenten Grippeausbruch betroffen waren, kaum etwas beobachtet hatte. Wir ziehen unsere warme Kleidung an und treten mit unseren roten Lampen an die Teleskope. Weiße Beleuchtung ist von diesem Moment an „verboten“ um unsere Augen an die Nachtsicht anzupassen. Wir haben alle Atlanten des Himmels auf dem großen Tisch ausgebreitet und zusätzlich setzen wir unsere Tablets ein. Der Himmel ist schwarz wie Tinte, übersät mit unzähligen Sternen, aber was am meisten beeindruckt ist dieses riesige Band der Milchstraße – also unsere eigene Galaxie, die den Himmel von Horizont zu Horizont durchquert als hätte dort jemand Milch verschüttet.

Eine kleine Anekdote: oft während unserer 10 Nächte Astro, wenn einer von seinem Teleskop zum Beobachtungstisch ging, wurde er manchmal mit falschem Namen angesprochen, weil er im Dunkeln nicht erkannt wurde! Wir stolpern hin und wieder auch über einen Hund, der in unserer Nähe liegt.  

Dietmar installiert sein riesiges 30x100 Fernglas auf dem Stativ und lädt uns ein, diesen oder jenen Bereich des Himmels betrachten. Dies ist eine andere Art Astronomie mit einem großen Gesichtsfeld, ganz anders als bei Beobachtungen am Teleskop. Gegen 23 Uhr kommt Hottie mit einem Tablett und serviert uns einen heißen Rooibos Tee. Unser Enthusiasmus ist großartig trotz der Müdigkeit nach der Reise, es ist jedoch kein extremer Himmel diese erste Nacht: wir bleiben noch um die Best-Off von Skorpion, Schütze, Wassermann und Kranich, 47 Tucanae und Tarantel-Nebel zu sehen. Wenn wir die riesigen Galaxien des Bildhauers und des Wals beobachten denken wir sofort an Benoît, unseren talentierten Zeichner aus Straßburg, der sie im Juli stundenlang gezeichnet hat. Wir haben gedacht, bis um Mitternacht zu schauen, schließlich halten wir durch bis 1 Uhr morgens.  

Das Erwachen ist hart am nächsten Morgen, aber wir lieben diesen Rhythmus, es ist unser Leben! Frühstück ist pünktlich um 9 Uhr, da Spiegeleier und gegrillter Speck fertig sind! Als Vorspeise eine große Schüssel Joghurt mit Früchten, gefolgt von Eiern, Speck, Tomaten und Zwiebeln, und die große Innovation aus Frankreich: Emilia Lorraine Käse! Dann gehen wir über zu Süßem mit Toast und Marmelade oder Erdnussbutter. Sarah backt jeden Morgen ein großes Brot. Dies ist der Moment, in dem wir unsere Eindrücke von den Beobachtungen der Nacht teilen und vergleichen und bereits für die kommende Nacht planen.    

Die Sonne scheint, das Thermometer steigt, das Leben ist schön hier. Manchmal gehen wir für eine Stunde ins Bett aber meistens machen wir am Nachmittag ein langes Nickerchen um den Schlaf nachzuholen. Um 11:00 Uhr geht es mit dem Pick-Up und den Hunden an Bord in die Savanne um zu schauen, ob bei den Rindern und Pferden alles in Ordnung ist. Nach der Rückkehr nehmen wir den VW-Bus und fahren zum Einkaufen in der Stadt Vryburg, die 30 km von der Farm entfernt ist. Das ist ungefähr der typische Tag eines Astro-Amateurs bei Stargate.

Am Freitag fahren wir wieder nach Vryburg um an der Rinderauktion teilzunehmen. Bauern kommen mit großen Lastwagen und entladen die Tiere, die sie verkaufen wollen. Diese werden in einem großen Raum der Öffentlichkeit präsentiert, wo potentielle Käufer den ursprünglich gesetzten Preis überbieten können. Die Stars sind offensichtlich die großen Bullen von anderthalb Tonnen, die hohe Preise erzielen. Wir sind angewiesen, nicht zu bieten (nicht mit dem Kopf nicken, keine Hand heben), wenn wir nicht die neuen Besitzer eines dieser Fleischungetüme sein wollen: genug für ein großes Grillfest mit all den Bauern in der Gegend!   

Der Hof wird lebendig am Wochenende mit der Ankunft unserer Studenten Heike und Laenita, ihrer Mutter und ihrer jüngeren Schwester Inge mit ihrer Freundin Michaela. Sie können es kaum erwarten, ihre 400 Schwimmzüge im großen Wasserreservoir der Farm zu machen!

Am Samstag veranstalten wir eine kleine Eröffnungsfeier von Sarahs Rosengarten. In der Tat, um die Kapazität der Farm zu erhöhen, unterstütze ich seit Anfang des Jahres den Ausbau eines weiteren Zimmers, das im April 2018 fertig sein wird. Aber das Land mit Blick aus diesem Raum wurde von Hühnern besetzt. Also sagte ich Sarah und Hottie ob sie die Hähne Napoleon und de Gaulle nett fragen würden, ihren Aufenthaltsort zu verlagern. Offensichtlich wollten diese mürrischen und knurrenden Hähne den ehrlichen Vorschlag nicht hören und Hottie löste das Problem mit einem Zaun und Sarah bekam ihren Rosengarten!
Am Samstag dem 14. Oktober gab es eine schöne kleine Zeremonie mit der Flagge von Lothringen, Reden und einem Cocktail unter der schönen Sonne von Stellaland.  

Am nächsten Sonntag werden wir zu einem Picknick in der Savanne eingeladen. Der Hof hat 700 Hektar und irgendwo im Busch gibt es einen sehr alten Baum, der mehr als 700 Jahre alt ist, ein Kameldornbaum (= Acacia erioloba). Hottie liebt es, Freunde und Besucher einmal abends mitten ins Nirgendwo zu führen. Bäume sind selten, die Savanne ist voll von Büschen, hohen Gräsern und Dornen aller Art mit hier und da kleinen Löchern für Erdmännchen, ein wenig größeren für Leguane und fast einen Meter für die Stollen von Stachelschweinen, Erdferkeln oder Schakalen. Im Laufe der Jahrhunderte hat die Savanne schon Dutzende von Malen gebrannt aber seine Feuerresistenz hat dazu geführt, dass dieser Baum mit extrem tiefen Wurzeln weiter gewachsen ist und nun majestätisch als König der Savanne steht.  

Plötzlich, während des Essens, merkt Sarah, dass ihr junger Hund Bulli nicht mehr da ist. Wir suchen nach ihm und rufen, aber vergebens. Am nächsten Tag kommen Sarah, Ela und Hottie ohne Erfolg von der Suche zurück. Es war wieder heiß, 33° C – und unsere Farmer waren pessimistisch in Bezug auf Bullis Überlebenschancen: es gibt kein Wasser in der Savanne außer an den Viehtränken. Zu Beginn des Nachmittags werden alle für eine systematische Suche rund um den Kameldornbaum mobilisiert. In praller Sonne schlagen wir uns in die Savanne in jede Richtung und wir rufen nach Bulli. Einige ungewöhnliche Begegnungen machen wir: eine Schlange für Timm, Leguane für Peter und mich, aber keine Spur von Bulli. Hottie denkt, er ist vielleicht in ein großes Loch gefallen oder von einem Tier angegriffen und verletzt worden. Ihr werdet den Rest der Geschichte erfahren, wenn ihr weiterhin meine Geschichte verfolgt...  

Von Anfang an planten wir eine Pause, denn es ist bekannt: wie bei Alkohol kann der Missbrauch von intensivem Astro kann zu unerwünschten Störungen führen. In der Tat, durch das Jonglieren von Millionen und Milliarden von Lichtjahren wird die Vorstellung von Raum und Zeit verschwommen.
Denken Sie daran, was Antoine de Saint-Exupery schrieb, als der kleine Prinz den Geschäftsmann traf: 
 "Und was machst du mit fünfhundert Millionen Sternen?
- Nichts. Ich besitze sie.
- Und was nützt es, die Sterne zu besitzen?
- Es dient mir, reich zu sein.
- Und was ist es für dich, reich zu sein?
- Um andere Sterne zu kaufen, wenn jemand welche findet.   

Die beste Pause um Astro-Missbrauch zu kurieren ist nun mal eine Safari! Und das machen wir am Montag. Vorbereitung des VW-Bus, Zubehör und Fotoausrüstung, kleines Paket und dann unterwegs 350 km in Richtung Botswana! Wir kommen um 17:30 Uhr in einem kleinen Hotel an, wo wir zu Abend essen und die Nacht verbringen. Wecker um 4:45 Uhr. Anordnung des Chefs Hottie: um 6 Uhr am Eingang des Pilanesberg Nationalparks! Wieder fällt das Aufstehen schwer: Wirklich, es gibt kein ruhiges Leben in Südafrika!  

Die Sonne ist noch nicht aufgegangen als wir den Park betreten, aber wir sehen schnell unsere ersten Tiere: Giraffen, Zebras, Impalas und Springböcke. An der ersten Wasserstelle blasen einige noch schlafende Flusspferde von Zeit zu Zeit lässig durch die Nase. Alles ist still, niemand kommt um sie zu stören, eine friedliche ursprüngliche Natur, in der es jedoch nur ein Gesetz gibt: das des Jägers und seiner Beute ohne jeglichen Eingriff des Menschen. Generationen von Tieren sind in diesem Park aufeinander gefolgt und der Elefant, das Zebra oder das Nashorn, die einen Minibus mit Männern sehen, wissen, dass von ihnen nichts zu befürchten ist und so lassen sie sich fotografieren wie ein Filmstar! Um 9 Uhr machen wir Halt in einem geschützten Bereich, der speziell für Touristen bestimmt ist, und wir frühstücken. Dann Safari bis 14 Uhr und zurück zur Farm. Es war vor allem der Rhinozeros-Tag: wir sahen zwei Dutzend und eine große Familie von Elefanten lieferte uns eine schöne Show, indem sie am See trinken. Dadurch ein Nachteil: keine Löwen und wir haben einen Leoparden nur um 5 Minuten verpasst!  

Die Rückkehr von der Safari ist dramatisch. Wir sind kaum 100 km gerollt als das rote Licht der Kühlwassertemperatur auf 130° C brannte! Wir halten an einer Tankstelle und Hottie muss 3 Liter Wasser in den Kühler geben. Er denkt, es ist wegen der Hitze des Nachmittags als wir auf den Hängen des Parks fuhren. Aber als wir auf der Farm ankommen, fehlen wieder 3l. Am nächsten Tag entdecke ich schnell, dass es ein schönes Wasserleck gibt, und zwar auf Höhe des rechten Hinterrads. Das lässt mich zu dieser Zeit völlig perplex zurück, weil es am weitesten weg ist vom Motor!
Der Autogynäkologe zieht seinen Anzug an und geht an die Arbeit.
Ich zerlege die dritte Sitzreihe und alle Innenausstattungen, um festzustellen, dass dieser VW-Bus über dem rechten Hinterrad mit einer zusätzlichen Heizung-Klimaanlage ausgestattet ist, verbunden durch zwei Wassereinlass-Rückführungsschläuchen. Ein Clip zum Befestigen dieser Rohre war aufgrund von Vibrationen abgefallen und das Rad rieb und durchbohrte eines der Rohre. Sie können sich den folgenden Witz vorstellen: "Ja ja, das ist deutsche Technik ...!"Ich mache eine Qualitätsreparatur mit 5 Jahren Garantie mit einem Stück Plastik-Sanitärrohr und 2 Schellen! Meine Damen und Herren, zukünftige Passagiere des VW-Busses auf Safaris oder Ausflüge von 3000 km in Namibia, jetzt können Sie applaudieren, die Situation ist sicher! 

In der zweiten Woche ist intensives Astro angesagt. Mit Timm und Dietmar sind wir in einer guten Schule. Timm kennt den südlichen Himmel besser als jeder andere und findet schnell die Objekte nach denen er sucht (Sterne, Nebel, Galaxien, Cluster usw.). Er hat die Position vieler Objekte im Kopf! Mit ihm ist es ein intensives und sportliches Astro und das Teleskop glüht die ganze Nacht! Dagegen geht Dietmar die Sache ruhiger an und ist großer Spezialist des extremen Himmels, findet Objekte die schwer zu finden oder an der optischen Grenze unserer Instrumente sind. Dank ihm haben wir Pluto gefunden und seinen Lauf an 3 Nächten verfolgt, was für mich ebenso eine Premiere ist wie die sehr schwache Polarissima-Galaxie am Südpol. Dito für den Pulsar des M1 Krebsnebel und den sehr schwierigen Galaxienhaufen Burbidges Kette im Wal (Cetus).

Im Oktober haben wir auch das Glück, die Orion-Konstellation spät in der Nacht im Zenit zu haben. Es ist ein weiterer großartiger Moment, zu dieser Zeit den großen Nebula M42 und den berühmten Pferdekopf zu beobachten, einfach zu sehen mit einem H-Beta-Filter. Ich bin immer wieder bewegt, wenn ich den Pferdekopf-Nebel sehe, weil ich an die Frau denke, die ihn im Jahr 1888 entdeckte, Williamina Fleming, im Alter von 21 verlassen von ihrem Mann, während sie schwanger war. Sie arbeitete zunächst als Haushälterin bei Professor Edward Charles Pickering und dann am Harvard College Observatory als Fachkraft für die Klassifikation von Sternen. Sie listete über 10.000 Sterne auf. Für mich sollte der offiziell als Barnard 33 bezeichnete Horsehead Nebula Fleming-Nebel genannt werden.  

Insbesondere für Astro-Amateure sei erwähnt, dass ich hier nicht die über 10 Nächte in Stargate aufgesuchten 300 Objekte aufzähle, aber ich gebe euch den Link zu Timms Bericht auf Astrotreff http://www.astrotreff.de/topic.asp?TOPIC_ID=217009  

Das Seeing war insgesamt durchschnittlich, mit ein wenig Wind an 3 Nächten, aber ein SQM-Wert nie unter 21,7 und an 3 Nächten maximal bis 22,0 oder mehr.
Ein Wort zu meinem Lowrider Dobson-Teleskop 400 F4.5 von Timm, der es mir im letzten Winter gebaut hat und das wir mit großem Tamtam in meinem Club POLARIS eingeweiht haben. Im April brachten wir es zur Stargate Farm. Er hat es wirklich für mich gebaut, es ist sehr praktisch und ich kann alle meine Beobachtungen in sitzender Position machen. Es ist ein beträchtlicher Vorteil, der dem Teleskop einen großen Benutzungskomfort verleiht. Mit einem Telrad und einem Winkelsucher ist das wirklich ein Teleskop der Fülle und Gelassenheit für einen Astro-Amateur. Manchmal, wenn ich um 3 oder 4 Uhr allein bin und die schöne lange Nacht abschließe, dann suche ich mir ein prachtvolles Objekt des südlichen Himmels wie den Kugelsternhaufen 47 Tucanae oder die prächtige Galaxie NGC 1365 im Fornax ,75 Millionen Lichtjahre entfernt. Im Kopfhörer habe ich Koppången Sissel Kyrkjebø und ich denke, während auf der Erde Dinosaurier 150 Millionen Jahre existierten, dauerte es jedoch durch einen vom Himmel herab fallenden großen Asteroiden „nur“ 10 Millionen Jahre bis zu ihrer totalen Auslöschung. Der Moment ist erhaben, es ist die ganze Magie des Unendlichen.  

Als uns Timm sagt: "Ich habe den Eiffelturm im Okular" schlägt der große historische Moment dieses Aufenthalts. Wie wir seit Jahren nicht aufhören, uns zwischen Französischen und Deutschen Dingen an den Karren zu fahren, geht es nun um die Erfindung des Rades oder Feuers, Dieselmotor, Bikini, Käse oder Wein – ich habe Timm sofort geantwortet, er habe zu viel getrunken! Aber er wiederholt: "Wenn ich dir sage, dass ich den Eiffelturm in meinem Teleskop sehe ...". Dietmar und Peter lassen ihr Fernglas sinken, ich mein Teleskop und wir gingen an Timms Okular. „Komm und guck“, sage Timm... Ich konnte meinen Augen nicht trauen.

Während wir irgendwo im Herzen des Schützen surfen, erscheint plötzlich ein Asterismus, der die Form des Eiffelturmes hat! Da dieses Objekt uns allen völlig unbekannt ist, war die Aufregung groß. Wir haben alle unsere Sky-Software und unsere Atlanten durchsucht, niemand erwähnt einen Asterismus an diesem Ort. Wir werden unsere Forschungen in dieser Richtung fortsetzen und Timm hat vielleicht eine Entdeckung gemacht, die es verdient, seinen Namen zu tragen. Und natürlich gibt uns dieses große Ereignis die Gelegenheit, eine Flasche Wein aus Südafrika zu öffnen und einen Toast auszubringen auf Timms Ruhm, den Eiffelturm, Galileo und Kopernikus, den kleine Prinzen, Saint-Exupéry und die immerwährende Astronomie!  

Am folgenden Samstag feiern wir zwei Geburtstage mit fünfzehn Gästen: Sarah 30 Jahre und Ela 18 Jahre. Unsere fröhliche Gruppe genießt ein saftiges Schwein am Spieß und der Abend endet wie erwartet bei unseren Teleskopen, wo Groß und Klein staunen über die Geheimnisse und Wunder unseres Himmels.

Bevor die Hälfte von euch über meine Geschichten in Schlaf fallt, möchte ich euch das Ende der Geschichte von Bulli erzählen. Am nächsten Tag, Sonntag, sieht Peter einen braunen Hund auf den Hof laufen: es ist Bulli – sehr abgemagert und erschöpft, aber unversehrt und ohne Verletzung. Sarah bricht in Tränen aus und alle sind erleichtert. Hottie vermutet, dass er der Fährte eines Tieres folgte und unsere Gruppe dabei verloren hat. Er musste viele Kilometer gelaufen sein in den acht Tagen. Welche Lebenskraft hat doch ein junger Hund ohne Erfahrung in einer so feindlichen Umgebung!  

Einige nützliche Informationen, wenn einige von euch sich für einen Aufenthalt auf der Farm interessieren, wo es zusätzlich zur Astronomie das Reiten gibt, Safaris und Ausflüge (Namibia Diamantenminen in Kimberley, Farm der Löwen, etc: Informationen darüber bei "savannah-suntours.com" oder Facebook).

Wie ihr aus meiner Geschichte erfahren habt geht es hier rustikal zu, aber es fehlt an nichts. Das Essen ist ausgezeichnet, es gibt Solar-Warmwasser nach Belieben, es gibt das manchmal launische Wireless-LAN, ein großes Wasserreservoir mit Kois und die Hunde sind liebenswert. Wir leben in einer herzlichen und freundlichen Atmosphäre und nehmen viel am Leben auf der Farm teil. Afrikaans ist die Sprache in Stellaland, aber auf der Farm sprechen wir Deutsch, jedoch Englisch in der Stadt oder auf Exkursionen.   Unentbehrliches Zubehör sind Ohrstöpsel wegen der Hähne Napoleon und de Gaulle, die um 4 Uhr morgens zu krähen beginnen. Wenn man noch die Sterne beobachtet ist es kein Problem, aber wenn wir schlafen, möchten wir ihnen nur den Hals umdrehen!  

Achtet auf die Jahreszeiten: Juli der kälteste Monat (durchschnittlich 12° C, Min -6° C, max + 29° C) und Januar der wärmste (Mittelwert + 26 ° C, max + 45 ° C ). Astromische Beobachtungen sind optimal vor den Neumonden von März bis Oktober. Natürlich, wenn ihr einen Aufenthalt ohne Astronomie erwägt, nichts hindert euch zu Zeiten des Vollmonds zu gehen! 

Insgesamt bieten wir 3 Dobsons zum Mieten an: einen klassischen 400mm f/4,5 mit Einblick 1,80m, einen KBLT 400mm f/4,5 Lowrider mit Einblick 1,60m zum Beobachten im Sitzen (18 € pro Nacht), einen Lowrider 500mm f/4,0 mit Einblick auf 1,80 m (25 € pro Nacht), eine Montierung Losmandy G11 auf einer Säule für Astrofotografen.
Timm hat mit dem Bau eines Lowrider 708mm f/3,3 Dobson mit einem 15,7 kg Spiegel und einer ferngesteuerten elektrischen Kollimation begonnen, der zwischen 36 und 37 kg wiegen wird und im nächsten Juli zur Stargate Farm gebracht werden wird. Ich werde einen eigenen Thread in Astro Practice öffnen, aber in der Zwischenzeit könnt ihr die ersten Bauphasen auf Astrotreff verfolgen.  
http://www.astrotreff.de/topic.asp?TOPIC_ID=218617 http://www.astrotreff.de/topic.asp?TOPIC_ID=219344  
Ihr könnt auch Timms Website erkunden, die viele Informationen über die von ihm gebauten Instrumente und seine Reisen enthält. http://www.klosevideo.de/13801.html  

Hier sind einige Preisbeispiele für die Reise:  
- Flüge Lufthansa Frankfurt - Johannesburg Economy Class, gebucht 3 o. 4 Monate im Voraus = 685 €
- Flughafentransfer- Farm = 70 € bei 4 Personen
- Halbpension 10 Tage x 40 € = 400 €
- Safari-Option 2 Tage Pilanesberg = 270 €
- Saarbrücken Frankfurt Zug = 50 €
insgesamt 1475 € oder 1205 € ohne die Safari  

Als Antoine de Saint-Exupéry 1943 den kleinen Prinzen schrieb, konnte er noch nicht wissen, dass die schweren Elemente (Kohlenstoff, Metalle), aus denen unser Körper besteht, vor langer Zeit irgendwo im Universum entstanden sind, bei der Explosion eines massiven Supernova-Sterns mit einer Temperatur von mehreren hundert Millionen Grad. Aber ich sage mir manchmal, dass er es erraten haben muss um ein so schönes Buch wie Der kleinen Prinz zu schreiben, wo die ganze Schönheit des Nachthimmels in einfachen Sätzen gesagt wird, was sogar ein Kind verstehen wird. Es ist dieser direkte Dialog mit dem Universum und dem Unendlichen, der die Astronomen zu großartigen Kindern macht, die so neugierig sind, um die darin enthaltenen Wunder zu entdecken.
Ich kann es an Timm sehen, der Saturn und Jupiter mit seinem Vater entdeckte als er 5 Jahre alt war und noch mit 75 Jahren zappelt vor Ungeduld in den ersten Nächten auf der Stargate Farm. Sein Lieblingssatz ist: "Jetzt schau mal wie schön, es macht einfach Spaß!". Kinder sage ich... nichts als große Kinder...! Ihr müsst das verstehen, wenn wir zum Beispiel den Kaiser aller Kugelsternhaufen im Okular haben, Omega Centauri mit seinen 10 Millionen Sternen: "Wow... Toll... Wahnsinn... unglaublich. Das ist der Hammer! "
Über diesen Momenten schwebt ein Hauch der Ewigkeit und das Körnchen Sternenstaub, das ich bin, das denkt und atmet, fühlt sich wie eine Feder auf Reise in die Unendlichkeit im Herzen unseres großartigen Universums.   Jetzt sehe ich, dass ich eure kostbare Zeit wieder missbraucht habe, also entschuldige ich mich bei euren Gatten, euren Familien, euren Freunden! Um eure Geduld zu belohnen, biete ich jetzt eine Zusammenstellung von 220 Fotos meiner 3 Reisen in diesem Jahr an https://drive.google.com/drive/folders/0B-2bPXH9Vt6tZXYxeXlEcjhWZjQ?usp=sharing  
und 4 Filme von Timm auf YouTube (Eure Kommentare sind willkommen!):
- Die Stargate-Farm in Südafrika>https://www.youtube.com/watch?v=GnoFAAqehng&t=66s
- Pilanesberg-Park Safari> https://www.youtube.com/watch?v=3ejYrwKES2M&t=41s
- Kgalagadi Transfrontier Park> https://www.youtube.com/watch?v=1Qpltl_Nn2I&t=36s
- Pilanesberg Safari 2016> https://www.youtube.com/watch?v=3_k_dY71FGM&t=48s 

 Patrice SCHLERNITZAUER (Rastaman en astro)  

Fotos von Timm Klose, Benedikt Zeller, Ullrich Beinert, Rainer Burzynski, Peter Scholz, Dietmar Sellner und mir.




Hallo Freunde,

nach einem tollen Astro- und Erlebnisurlaub bin ich wieder gesund in Deutschland angekommen.
Gesund angekommen bedeutet, dass mich es diesmal auf dem Flug nach Johannesburg im Flieger erwischt hat:
eine brutale Erkältung mit völligem Sprachverlust.
Das hat mir überhaupt nicht gefallen... meinen Mitreisenden schon eher, weil ich sie nicht wie üblich zugequatscht habe.
Der sympathische Doc "Einstein" (wegen seiner Frisur so genannt) in Vryburg hat mich mit Antibiotika und anderen
Medikamenten wieder gesund gemacht... vielen Dank dafür!
Und das zu Privatpatienten-Preisen: 300 Rand, das sind etwa € 23,00.
Nun konnte ich die eine kalte Nacht mit +1° gut überstehen.
Sonst war es meist nachts weit über 10° warm und nur einmal hat ein leichter Wind etwas gestört.
Diesmal zeigte das SQM weniger gute Resultate und blieb meist zwischen 21,4 und 21,6 stehen.
Das seeing war in zwei Nächten sehr gut und sonst eher "normal".

Wir waren diesmal zu viert beim Hottie Oberholzer in Vryburg/Südafrika.
Das waren dabei Roland Hader, Ulrich Beinert mit seiner Freundin Larissa und ich.
Wir wurden vom Hottie am Flughafen Johannesburg abgeholt und in etwa 5 Stunden zu seiner Farm gefahren.
Auf halbem Wege gab es in einem großen Einkaufszentrum ein leckeres Essen im Spur, einem guten Steak- und Burgerrestaurant.
In diesem Einkaufszentrum kann man auch Geld aus dem Automaten ziehen.

Hier nun zum Bericht:


Hier steht der 20"-lowrider schon bereit zum Einsatz bei perfektem Himmel!

Am ersten Abend wurde nach dem Verschwinden der Wolken der klare Himmel zum "Einspechteln" ausgenützt, um zu sehen, was man so alles aus dem Kopf noch drauf hat.
Der Erdschatten stieg hoch und bald ging es los!






































Der Laser zeigt auf den Kohlensack

Der Telrad und der Winkelsucher wurden am Sirius justiert und dabei gleich im 17er Ethos Sirius B erkannt!
Das ging schon gut los! Die ersten Objekte waren, speziell für Roland und Larissa, die noch nie den Südhimmel gesehen hatten,
die Kracher Omega Centauri, Eta Carina, Tarantelnebel und natürlichder Orionnebel, der noch schön hoch am Himmel stand.
Ein Versuch mit H-Beta-Filter am Pferdekopf und dem dafür optimalen 26mm Nagler war beeindruckend!
So kontrastreich und deutlich hatte ich ihn noch nie gesehen... die Mitbeobachter auch noch nie!

Zum Einstimmen hier einige Fotos vom Ulrich:







Nach einiger Zeit und höher stehendem Milchstraßenzentrum ging es dann auf die Kugelhaufen im Skorpion und Schützen los.
Mit dem 20-Zöller macht es Spaß, die vielen Unterschiede in Helligkeit, Größe und Kompaktheit herauszuarbeiten.
Lange vor Mitternacht war aber schon Schluss, denn die Müdigkeit nach der langen Reise um die halbe Welt wurde übermächtig.
Nach einem Gläschen südafrikanischen Rotweins zur "Behandlung" meiner Erkältung konnte ich endlich schlafen.
Die nächsten Tage war meine Stimme immer noch ein Krächzen, so dass Dr. Einstein helfen musste. Siehe oben...

Damit man auch mal was anderes sieht, kann man beim Hottie einen Ausflug zum Pilanesberg-Reservat buchen.
Das ist zwar etwas anstrengend, lohnt aber sehr. Das läuft so ab:
Anfahrt am Nachmittag zum Reservat, 350km über gute Straßen, eine Übernachtung in einem guten Hotel,
dann 120km über steinige Wege durch den Park, zwei Picknicks im Park, hunderte von Fotomotiven mit Tieren und Landschaften und
dann 350km wieder zurück zur Farm.
Hier einige Bilder des interessanten Ausfluges:

Zuvor kann man sich dieses Video ansehen, möglichst in HD!

https://youtu.be/3ejYrwKES2M

Der Eingang zum Park:








Wo sind denn die Löwen?

Sie sind näher als man denkt!



Zum Kugeln...

Schöne Aussicht!






Nach der wunderschönen Safari geht es mit dem Beobachten weiter:


Die Nacht nach der Safari war nämlich wieder extem klar!
Also 5 Stunden aufs Ohr gelegt, Wecker um 01 Uhr 30 gestellt, einen schnellen Kaffee zum Wachwerden getrunken und dann ging es los!
Die Milchstraße stand senkrecht über dem Kopf und warf Schatten. Das SQM Richtung Milchstraße zeigte 21,2 und auf etwas dunklere Stellen gerichtet 21,5.
Das passt genau für die schönsten Objekte im Schützen und in der Umgebung.
Der Roland hatte sich auch den Wecker gestellt und gemeinsam erlebten wir den wunderschönen Himmel rund um Skorpion und Schütze und das fast im Zenith!

Die Objekte der Begierde waren der Lagunennebel, sogar mit den bekannten Bokglobulen, der Omeganebel, ein Kracher mit und ohne Filter,
der Adlernebel mit den Säulen der Schöpfung und natürlich eine Reihe von Kugelhaufen: der bildfüllende Omega Centauri, der großartige M22, M29,
das Zwillingspärchen NGC6522 und 6528, dazu M69, M70, M54 und M55. In dieser Gegend wimmelt es nur so vor Kugelhaufen, Gasnebeln und Planetaries.
Die schönsten davon sind der Bugnebel NGC6302 und der Cheerio-Nebel NGC6337. Eine gerade Reihe von vier Sternchen innerhalb des Ringes waren recht auffällig.
Etwas oberhalb davon steht der Katzenpfotennebel, der im 26er Nagler das gesamte Bildfeld ausfüllt.
Der geht gut mit OIII oder auch h-Beta, ist aber leider nicht mit diesen wunderschönen Fotos zu vergleichen, die man überall im Netz findet.
Etwas nordöstlich davon tummeln sich eine Reihe von Terzan-Kugelhaufen, von denen aber nur die Nummer 3 und 7 gut zu sehen sind.
Für Terzan 2 muss man sich mit Starhopping zur Position neben einer Sternenkette hinarbeiten... dann ist er indirekt zu sehen.
O.k., Omega Centauri ist schon beeindruckender!
Im Schützen findet man auch den südlichen Ringnebel. Wenn man es schafft... denn der ist deutlich schwächer als unser Ringnebel.
Die Form ähnelt dem Ringnebel: gleiche Größe, leicht oval, dunkler Innenteil und ein recht heller Zentralstern.
Wenn ich mal in Fahrt komme, fangen die Teflonpads an der Rockerbox an zu qualmen!
Im Skorpion findet man jede Menge von Kugelhaufen, viele davon hat Messier in seinen Katalog aufgenommen.
Das fängt an mit M4, M80, M62, M19 und M9 und daneben gibt es noch die meist schwächeren Kugelhaufen.
Bei M4 den NGC6144, bei M9 den NGC6356, den er eigentlich hätte auch sehen müssen.

Roland fing an zu frieren und so ab es als letztes Objekt für ihn den Spiral-Planetary NGC5189.
Man konnte unglaublich viele Strukturen erkennen und so konnte er getrost ins Bett gehen.
Ich versuchte mich noch am Shapley1, einem wunderschönen Ringnebel mit deutlichem Zentralstern.
Nicht leicht zu finden, falls man den falschen Leitstern verwendet!
Mit dem Richtigen ging es dann in 15 Sekunden!
Ein kurzer Blick auf Saturn... und dieser letzte Blick dauerte 20 Minuten!
Einfach genial, denn das seeing hatte sich urplötzlich gebessert und ich konnte unglaublich viele Details sehen.
Wolkenstreifen auf der bräunlichen Oberfläche, extrem kontrastreich der Schatten auf dem Ring,
Cassini wie gestanzt und alle acht der hellen Monde. Japetus, ganz außen, dann Titan, natürlich als kleines Scheibchen,
daneben Hyperion und nahe am Ring der Rest: Tethys, Rhea und Enceladus etwas weiter entfernt, Mimas ganz nah am Ring und Dione auf der anderen Seite!
Ich konnte mich kaum losreißen, denn so gut hatte ich Saturn selten gesehen!
Der Dobson wurde nun wieder in der Sattelkammer verstaut und ich konnte den Rest der Nacht verschlafen.

Jetzt noch ein paar Bilder vom normalen Leben auf der Farm:

Heikes Husky

Der Vogelstrauß bei Sonnenaufgang


Die umgestürzte Weide


Raphael

Vorbereitung zum Grillen

Die T-Bones werden aufgelegt

Leckeres Biofleisch!



Alles dreht sich um Raphael






Insgesamt war dieser Astourlaub für mich sehr schön, wenn es da nicht die verlorene Stimme gegeben hätte.
Aber schon im Juli 2015 schlage ich dort schon wieder auf!




Hier mein Besuch im Juni 2014:


Es war mal wieder so weit:
vier Leute, acht Nächte und 36 Zoll unter südlichem Himmel auf Hottie Oberholzers Astrofarm!



















Nach einem entspannten Flug im Airbus A380 wurden wir vom Farmer am Flughafen abgeholt, samt unserem 150 Kilo Astrogepäck.
Nach einer ebenso entspannten Fahrt im klimatisierten VW-Bus kamen wir auf der Farm an.





















Von rechts: der Ulrich zum ersten Mal, der Rainer schon zum zweiten Mal, der Dietmar (genannt Reiseleiter) und ich zum vierten Mal.



















Diesmal war als neuer Mitreisender der Ulrich mit dem federleichten 16-Zöller dabei.



















16 Zoll und 13 KiIo!



















Natürlich hatte ich auch den 20-Zoll lowrider mitgenommen, denn er wird in Zukunft auf Hotties Farm stationiert.
So kann man ohne großes Gepäck günstig nach Südafrika fliegen.
Von erfahrenen Beobachtern ist er auch zu mieten.
Näheres hier:
http://savannah-suntours.com/



















Die Farm ist etwas rustikal, aber zweckmäßig mit viel Platz und ausreichendem Komfort. Im Kaktus-Cottage gibt es einen offenen Kamin, drei Betten und natürlich ein Bad mit Dusche und WC.





















Das Rondavel bietet Platz für zwei Leute und hat ein zweckmäßiges Bad mit Dusche und WC.



















Vom Aufenthaltsraum gelangt man in das dritte Zimmer, den Lounge-Room.
Er bietet Platz für zwei Leute und hat natürlich auch ein Badezimmer.

Der erste Tag auf der Farm ging schon gut los: zum Abendessen wurde gegrillt!





















Das ist Hottie, der Grillweltmeister!

Es geht nun los mit der Astronomie!



















Die Dobsons waren schon vorher aufgebaut worden und konnten nach dem Abendessen sofort in Einsatz gehen.
Die erste Nacht war gleich der Hammer!
Zum Justieren des Telrads wurde Omega Centauri benützt... schon im Telrad war er flächig zu erkennen! Ohne Telrad natürlich auch!







































Der Anblick dann im 20er lässt einem das Wasser im Munde zusammenlaufen.
Die Milchstraße, fast im Zenith, warf einen Schatten und war extrem struktuiert.
In den ersten Nächten versucht man zuerst immer die Hammerobjekte anzugrasen, um dann die etwas schwierigeren Objekte zu suchen.
Das war diesmal auch so: der Start immer beim Omega Centauri,
dann zu Centaurus A, gleich in der Nähe die Galaxis 4945,
dann der Spiralplanetary, im Zenith M83, stark struktuiert mit drei Spiaralarmen, weiter zu M104 und daneben das "Stargate",
dann das Leo-Triplet und viele Galaxien im Virgohaufen, weiter zum Kugelhaufen M22, M28 und ein, zwei Dutzend kleinerer Kugelhaufen im Schützen.
Bevor er untergeht mehrfach Eta Carinae:

Das Bild ist unbearbeitet!










































Die kleine Magellansche Wolke und der schönste aller Kugelhaufen: NGC104









































Die SQM-Werte lagen immer über 21,50, meist bei 21,70 und auch einmal über 21,90!


Neben der Asrtonomie gibt es natürlch auch noch etwas anderes!
Es gibt viele Tiere auf der Farm, nämlich 10 Pferde, 5 Hunde, zwei Schafe, ein Schwein namens Hängebauch, 100 Hühner, einen Strauß, Katzen, Vögel, 160 Bio-Rinder und zwei junge Erdmännchen!









































Und es gibt Besuche beim Nachbarn Frikkie, dessen Grillabende schon legendär sind!



Das war mein vierter Besuch beim Hottie, wieder mit den netten Leuten, mit denen ich schon so oft zum Beobachten auf der Südhalbkugel war.
Es wird nicht der letzte Besuch gewesen sein, weil ja mein 20-Zöller dort bleibt.
Ich denke, das war die richtige Idee, denn die Flugpreise nach Südafrika sind deutlich günstiger als nach Namibia.
Das gleiche gilt für Unterkunft und Essen, denn die Preise sind ebenfalls nicht so abgehoben wie in Namibia.


Es war mal wieder so weit: den Himmel beobachten in Südafrika zum Neumond!
Diesmal waren wir wieder zu dritt mit Patrice, Rainer und ich.
Eine etwas mutige Angelegenheit, denn Ende März bis Mitte April kann das Wetter noch wechselhaft sein. Mich reizten aber der Sirius fast im Zenith und Orion, höher stehend als in Deutschland.
Nach Ende der Dämmerung dominiert der Eta-Carinae-Komplex und die Milchstraße kommt bis Mitternacht so hoch, dass der Skorpion beinahe im Zenith steht. Und das bei angenehmen Temperaturen: tagsüber um die 30° und nachts immer noch gemütliche 13° bis 15°.  

Die Anreise verlief schon anders als gewohnt. Der Rainer flog von München mit Southafrican Airways, Patrice und ich von Frankfurt.



Beide Flieger sollten in kurzem Abstand landen, so dass wir alle zusammen nach Vryburg/Northwest fahren konnten. Eine WhatsApp-Nachricht vom Rainer warf alle Planungen um! Sein Airbus hatte Hydraulikprobleme und konnte nicht starten. Erst einen Tag später sollte er Flug stattfinden... was für uns einen Tag Pause in Johannesburg bedeutete und Hottie, der Farmer der Astrofarm, musste einen Tag später zum Abholen bestellt werden. Nach Ankunft in Johannesburg hatten wir viele, viele Stunden Zeit, den Flughafen und das Hotel kennen zu lernen.


Erst eine Stunde vor Mitternacht landete sein Flieger und wir machten es uns im Hotel gemütlich.



Das Frühstück am Morgen war exzellent und bald kam Hottie mit einem Teil seiner Familie zum Abholen.



Das neue Buch über den Pilanesberg...


Der Transfer zur 400km entfernten Farm klappte dann aber wie gewohnt!  



Wie immer: Zwischenstopp in Potchefstroom zum Mittagessen und Shoppen!



Ein schöner Anblick: der Eingang zur "Stargate-Farm"... wir waren angekommen!




Das Wetter war sehr gut mit weiß-blauem Himmel und mehr als 30° im Schatten... wenn es denn welchen gab.


Auf der Farm wurde dann alles für die kommende Nacht vorbereitet.
Der 20" Dobson wurde von den umhüllenden Planen befreit, auf die Plattform getragen, aufgestellt und justiert.

Das obligatorische Grillfest im Kreise der Familie.





Nach dem abendlichen Grillen konnte die erste Beobachtungsnacht starten.  





SQM: 21,94

Das SQM muss defekt gewesen sein, denn die erste Messung senkrecht ergab 22,05! Die folgenden Messungen bestätigten die sehr gute Durchsicht mit Werten weit über 21,90.   Nicht leicht zu fotografieren, deshalb bitten wir um Nachsicht!  

Die ersten Objekte waren der Flammen-, der Pferdekopf- und der Orionnebel. Boah!
Der Filterschieber rupft und klemmt und ruckelt, dass es wenig Spass macht!
Da muss unbedingt nachgebessert werden.


Die ernste Nacht dauert erfahrungsgemäß nicht sehr lange, aber bis Mitternacht hatten wir bestimmt zwei Dutzend Objekte gesehen. Zum Abschluss kam dann Jupiter, der noch sehr hoch stand und extrem blendete! Bei gutem seeing konnte man sehr schöne Details und den GRF erkennen, am Himmel allerdings dann nichts mehr... Zeit, ins Bett zu gehen.


Am zweiten Tag tauschte ich am lowrider den HC2-Auszug gegen einen weich laufenden Crayford aus. Eine Maßnahme, die sich sehr gelohnt hat!
Auch der Filterschieber wurde verändert, so dass man endlich wieder ohne Kraftaufwand und Gemurkse Filterblinken konnte.  




Der südliche Himmel ist eine wahre Pracht!

Der Wetterbericht sagte nach drei, vier sehr guten Nächten starke Bewölkung voraus. So planten wir eine Tour zum Pilanesberg, weil Beobachten aussichtslos war. Das ist ein über 500qkm großes Reservat, durch das man bequem mit dem Auto kutschieren kann und viele Tiere vor die Linse bekommen kann.














Leider wollte das Wetter auch die nächsten Tage nicht mitspielen, so dass wir eine Namibia-Tour dranhängten. Namibia ist von Vryburg mehr als 800km entfernt. Puh, da stand uns eine sehr lange Reise bevor!


Der Amarok, genau passend für vier Leute, viel Gepäck und zwei Reserveräder!


Das zweite Reserverad war nötig, denn hinter Upington hatten wir einen Platten!

Die erste Übernachtung in Augrabies.






Der Oranje-Wasserfall in Augrabies stürzt 55 Meter in die Tiefe!

Weiter geht es nach Namibia zum Fishriver-Canyon.












Das war ein abenteuerlicher Astrourlaub mit angenehmen Menschen, sieben guten Nächten und zwei wundervollen, erlebnisreichen Ausflügen!

Bis zun nächsten Mal...